"Für Leib und Seele"

Grußwort von Schirmherrin Gerlinde Kretschmann

Immer in den Wintermonaten öffnen die Vesperkirchen ihre Türen für Bedürftige. Die Kirchengemeinden im Land ergreifen Partei für arme und kranke Menschen, die am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können. Sie helfen dort, wo es an den alltäglichsten Dingen fehlt: einer warmen Mahlzeit, medizinischer Versorgung oder schlichtweg dem Kontakt zu anderen Menschen. Für mich sind die Vesperkirchen ein Stück gelebte Nächstenliebe. Gerne habe ich dafür die Schirmherrschaft übernommen.

Bereits seit 1995 gibt es das Konzept der Vesperkirchen. Seitdem haben viele Gemeinden im Land die Idee aufgegriffen und so sind es heute über 30 Initiativen, die einmal im Jahr für mehrere Wochen ihre Kirchenräume in Ess- und Aufenthaltsräume umgestalten. Da Armut und Bedürftigkeit viele Gesichter haben, bieten die meisten Vesperkirchen umfassende Hilfeleistungen, die weit über ein Mittagessen zum symbolischen Preis hinausreichen. Beratung bei beruflichen Schwierigkeiten und in Krisensituationen gehören ebenso zum Angebot, wie ein Frisörbesuch, eine Spielecke für Kinder oder Vorträge und Konzerte. Kurzum: In den Vesperkirchen finden Menschen, was sie für Leib und Seele brauchen.

Viel zu oft nehmen wir es als selbstverständlich hin, dass wir im Wohlstand leben. Aber es gibt eben auch diejenigen in unserer Gesellschaft, deren Lebensweg anders verlaufen ist. Mein Dank gilt daher allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Mit ihrem Engagement sorgen sie dafür, dass Bedürftige die Wärme, Zuneigung und Achtung erfahren, die ihnen im Alltag häufig fehlt. Darüber hinaus möchte ich die Bürgerinnen und Bürger herzlich bitten, die Vesperkirchen auch in diesem Jahr wieder tatkräftig zu unterstützen.

Ihre
Gerlinde Kretschmann

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Porträt Gerlinde Kretschmann